Blog 52 Paraguay 2

Fr 10.10. Asunción Km 56.097

Das ist Viviane mit ihrem Anhänger. Sehr ähnlich meinem ersten-. Sie geht immer langärmelig und wir hatten bis zu 41⁰C. Sie will den gaffenden Männern keinen Quadratzentimeter ihres Körpers zeigen. Wir sind etwa 3 Wochen miteinander gegangen, kurz nach der paraguayischen Grenze ist es ihr zu langweilig geworden, sie hat ja auch nicht ewig Zeit wie ich, wenn ihre Ersparnisse aufgebraucht sind, ist ihre Reise zu Ende. Drum trampt sie öfters oder fährt mit einem Bus, um schneller vorwärts zu kommen. So kam sie innerhalb eines Tages nach Asunción, für diese Strecke brauchte ich nochmal 2 Wochen. Ich habe ihr Willis Adresse gegeben und sie war ein paar Tage bei ihm. Dann fuhr sie mit dem Bus weiter in Richtung Südosten zu den Wasserfällen in der Salto Cristal (Kristall Schlucht), dann zu den Iguaçú Wasserfällen, dann weiter nach Osten bis an den Atlantik und von dort wollte sie weiter nach Süden bis Patagonien. Im Prinzip in umgekehrter Richtung, die ich gegangen bin. 

Diesen Papayabaum habe ich vor 21 Monaten aus einem Samen gepflanzt und jetzt ist er 4 Meter hoch und trägt die ersten Früchte. Und die wachsen direkt aus dem Stamm. Gondwana ist für uns wie eine andere Welt.

Mo 15.12. Asunción

Das ist der Cerro Memby, ein auffallender Felsen, von hier aus 90 Km vor der brasilianischen Grenzstadt Ponta Porã. Erinnert mich sehr an den Nut auf Tasmanien. Das war der harte Magmakern eines Vulkans, nachdem der Regen den Rest im Laufe von Jahrmillionen ins Meer gespült hat. 


Die Grenze dort verläuft mitten durch die Stadt, auf paraguayischer Seite heißt sie Pedro Juan Caballero. Aber man sieht keine Grenze. Man kann von einer Seite auf die andere gehen, keine Kontrolle, nichts. Sie haben zwar unterschiedliche Währungen, sogar unterschiedliche Zeitzonen, erstaunlich wie selbstverständlich das für die Leute dort ist. 


Disculpe / Entschuldigung, dass ich euch so lange auf ein Lebenszeichen von mir habe warten lassen. Für mich ist die Zeit wieder wie im Flug vergangen. Ich hatte so viel zu tun, da vergesse ich oft alles andere. Zum Beispiel brauchte ich 3 neue Solarpaneele. Die letzten haben innerhalb von 5 Monaten 80% ihrer Leistungsfähigkeit verloren, da kann man mal sehen, mit welchem Schrott sie die Latinos abspeisen. Und weil ich nicht wusste, ob nun alle so schlecht sind oder nur eines davon, was bei Reihenschaltung durchaus möglich ist, musste ich einen Laden finden, der das verifizieren (überprüfen) kann. Die sagten, alle 3 sind schlecht, aber ihre Messmethode hat mich nicht überzeugt. Dann fand ich einen anderen Laden, und die sagten, alle 3 sind gut. Also musste ich mir selber ein Messgerät bauen, mit dem ich bei jedem einzelnen Paneel mit 3 verschiedenen Widerständen den Stromfluss messen kann. Das Ergebnis: alle 3 sind Schrott, nur noch 20% der Soll Leistung. Neue Paneele zu finden, das dauerte nochmal 2 Wochen. Die hab ich aber vor dem Kauf draußen vor dem Laden in der Sonne selber überprüft und sie sind gut.

Do 09.04.26 Asunción

Ok, die Abstände werden immer größer. Nicht weils mir schlecht ginge oder ich andere Probleme hätte, wie z.B. mein fortgeschrittenes Alter (ich gehe jetzt auf die 76 zu) und dem Wissen über unsere Endlichkeit, nein, mir geht's relativ fast unverschämt gut. Ich hab wieder laufen gelernt, bin jetzt schon bei 10 Km, natürlich nicht mehr so schnell wie früher, aber auch nicht mehr so langsam, dass ich mich in Grund und Boden schämen muss. Neulich hab ich mal 2 junge Männer überholt, die waren sichtbar verdutzt, haben sich das 2 Minuten lang angeschaut und dann eingesehen, dass das nicht geht und haben mich wieder überholt. Gut so.

Aber denk ich an die Zukunft und den geliebten Planeten und die Menschheit in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht. 

Ich muss mal gestehen, wo ich die Probleme sehe, obwohl ich Angst habe, damit einige Sympathien zu verlieren. Ich könnte über den kranken Psychopathen links vom Atlantik schimpfen, aber die Probleme liegen tiefer. Bei einem Volk, das so jemanden zum Präsidenten macht und ihn mit so einer Machtfülle ausstattet? Noch tiefer. Bei einem Volk, das dem Kapital bereitwillig ein Meinungsmonopol überlässt! Braucht es noch Beweise, dass wir in einer Klassengesellschaft leben und dass die Kapitalisten andere Interessen haben als wir, die Bevölkerungsmehrheit? Ist doch klar, dass die ihr Geld und ihre Macht nutzen, uns zu manipulieren und damit sind sie überaus erfolgreich. Sie belügen uns, nicht erst seit Trump:

Deshalb befürchte ich auch, dass in Deutschland immer mehr rechts gewählt wird (z.B. AFD). Obwohl die CDU/CSU nicht viel besser sind. So kann Demokratie nicht funktionieren.